Georg Wacker (MdL), Bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, nimmt grün-rote Bildungsideologie aufs Korn – Gemeinschaftsschulen lassen viel erwarten, leisten aber nichts!


Der Bildungspolitische Sprecher der CDU im Landtag, Georg Wacker (MdL), nahm auf dem Bildungsforum der CDU Neuenstadt in Gegenwart  der eingeladenen Bürgermeister der Nachbargemeinden von Neuenstadt und des Landtagsabgeordneten für den Kreis Heilbronn, Dr. Bernhard Lasotta, das grün-rote Projekt der Gemeinschaftsschule aufs Korn.

In seinem 30-minütigen Referat unterstich Wacker unter Bezugnahme auf namhafte Bildungsforscher , dass der Nutzen der von grün-rot protegierten Gemeinschaftsschule empirisch keinesfalls belegt ist und hier auf Kosten von wehrlosen Schülerinnen und Schülern, engagierten Lehrerinnen und Lehrern und besorgten Eltern, rein ideologisch motivierte Bildungspolitik gemacht wird.

Wacker stellte klar, dass die Gemeinschaftsschulen nichts anderes sind als eine Weiterentwicklung der in den 70ern gescheiterten Gesamtschule, die schon damals nicht gut ankamen. Es kann nicht überraschen, dass die Landesregierung die tatsächlichen Anmeldezahlen für die Gemeinschaftsschule auch auf Nachfrage nicht vorlegt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Zugleich widersprach er der Behauptung der grün-roten Regierung, dass das alte System keine Durchlässigkeit nach oben bietet, entschieden. Im Gegenteil hat sich der Anteil der Schülerinnen und Schüler eines Jahrganges, die mindestens mit Mittlerer Reife abschließen, innerhalb der letzten zehn Jahre deutlich erhöht. Auch in Hinblick auf die weltweit einmalig niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist eine derartige Schulreform als höchst fragwürdig zu bezeichnen.

Die Gemeinschaftsschule ist hier mit ziemlicher Sicherheit keine Verbesserung, da differenzierter Unterricht nur in nicht allzu heterogenen Klassen möglich ist. Die Lehrerinnen und Lehrer, so Wacker, seien in keinerlei Weise auf eine solch zu erwartende Heterogenität vorbereitet. Davon abgesehen, gibt es empirisch keinen Beweis, dass der Unterricht in heterogenen Gruppen mit Lehrern als Lernbegleitern tatsächlich besser sei, als der Fachunterricht einer pädagogischen Fachkraft.

Unter Verweis auf das viel gelobte und zitierte finnische Schulsystem stellte Wacker fest, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im analog aufgebauten schwedischen System innerhalb kurzer Zeit erheblich eingebrochen waren. Gemeinschaftsschule schützt davor nicht!

Hinzu kommt, dass Grün-Rot den Schulstandorten lediglich scheinbar die Wahl lässt. Verbundschulen zur Rettung gefährdeter Standorte werden nur genehmigt, wenn innerhalb drei Jahren der Weg in eine Gemeinschaftsschule gegangen wird. Von Wahlfreiheit kann also keine Rede sein. Das Skandalöse daran: Die Schulverwaltungen setzen – wohl auf Betreiben des Kultusministeriums - einen gegenteiligen Landtagsbeschluss nicht um, der ausdrücklich Verbundschulen bei Vorliegen entsprechender Rahmenbedingungen ohne weitere Bedingungen zulässt. Grün-Rot ist also verantwortlich für eine vorsätzliche Missachtung der Legislative! Wie sagte einst Brandt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen!“ Der Satz muss lauten: Wir führen mehr unlegitimierten grün-roten Zentralismus durch.

Wacker wies der Landesregierung weiterhin Plan- und Konzeptlosigkeit nach: Die Lehrerausbildung ist, abgesehen von der Nichtexistenz entsprechender Bildungspläne, ebenfalls eine noch nicht begonnene Baustelle! Selbst wenn nun sofort neue Lehrerausbildungsgänge für die Gemeinschaftsschule geschafften werden würden, würden die ersten Kräfte erst in sieben bis zehn Jahren zur Verfügung stehen. Sofort hingegen, so Wacker, werden trotz landesweiter Streichung von 11.600 Lehrerstellen 2600 neue Gemeinschaftsschuldebutate für 2013/14 geschaffen. So sieht die von Grün-Rot propagierte Gleichbehandlung aus! Von Wertschätzung der geleisteten guten Arbeit an den Realschulen, Werkrealschulen, Hauptschulen und Gymnasien keine Spur! Stattdessen werden die Gemeinschaftschulen auf Kosten aller anderen Schularten durchgepeitscht, so Wacker.

Auch die flankierend durchgeführte Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung kann den nachhaltigen Bildungserfolg gefährden, da doch einige Eltern aus diversen Gründen Kinder falsch einschätzen.  Kinder, die auf andere Schulformen „zurücktreten“ müssten, leiden nicht nur unter dem eigenen „Versagen“, sondern auch unter den Hänseleinen anderer Schüler. Grün-Rot nimmt das Leiden von Kindern also  billigend in Kauf, obwohl die Grundschullehrerinnen und -lehrer mit ihren Prognosen zum Wohle der Kinder in der Regel weitgehend richtig liegen.

Das Endergebnis: Überforderte Kommunen, die sich gegenseitig die Schüler abgreifen, um ihre Standorte zu erhalten, frustierte Schülerinnen und Schüler, verunsicherte Eltern, verärgerte Lehrerinnen und Lehrer!

In seinen einführenden Worten dankte der Vorsitzende der CDU Neuenstadt, Markus Schuster, allen Anwesenden für ihr Kommen. Damit, so Schuster, werde die gute, konstruktive Arbeit der CDU vor Ort auch ein Stück weit honoriert.

Unter der Moderation von Georg Wacker und Bernhard Lasotta kam es im Anschluss an den Vortrag zu einer regen Diskussion mit dem interessierten Publikum. Mit einem kleinen Umtrunk und angeregten Gesprächen wurde der für die Sache der Bildung gewinnbringende Abend geschlossen.


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